Hinter den Kulissen #0 – eine neue Artikelreihe

Wer mich kennt, weiß, dass ich nicht nur Kurzgeschichten und Romane schreibe, sondern auch gemeinsam mit Marcel den Rollenspielverlag Prometheus Games betreibe. Wir befinden uns mittlerweile im verflixten siebten Jahr unserer Verlagsehe und können sowohl auf viele spannende Erfahrungen als auch auf eine stattliche Anzahl produzierter Bücher zurückblicken.

Im Laufe der Jahre haben wir natürlich nicht nur tolle Erfahrungen gemacht. Ein paar Erlebnisse waren so scheiße, dass ich mir die echt gerne erspart hätte. Rückblickend denke ich, dass manche dieser Situationen nur entstanden sind, weil mein Gegenüber lediglich eine diffuse Ahnung von der Rollenspielbranche und den Mechanismen hinter den Kulissen eines Rollenspielverlags hatte. Das trifft übrigens nicht nur auf Fans und Mitarbeiter sondern auch auf Jungverleger zu. Als wir mit Prometheus Games angefangen haben, wussten wir nichts. Wirklich. Gar nichts!

Zugegeben, unsere Branche ist sehr undurchsichtig und selbst  engste Mitarbeiter haben oft nur unzureichend Informationen. Die Gründe dafür sind vielfältig und reichen von schlechtem Informationsmanagement bis hin zu einer diffusen Angst zu viel über die eigene Arbeitskraft, Finanzkraft etc. zu verraten. Man will ja die Konkurrenz nicht stärken. Dass das in unserer Branche albern ist und jeder Verleger für jeden anderen Verleger dankbar sein sollte, muss man auch erstmal lernen. So bleibt letztlich Vieles im Dunkeln. Man hält sich eher zurück und überlässt schlecht informierten Diskussionsteilnehmern das Feld. Wie sind die typischen Verkaufszahlen eines Buches? Was kostet ein Buch? Wie hoch sind die Druckauflagen? Wer verdient wirklich daran? Kann man davon leben? Brauchen wir noch lokale Ladengeschäfte? Ist Amazon wichtig? Müssen Bücher immer zu Messen produziert werden? Brauchen wir noch Cons? Sind die neuen Rollenspiele alle zu umfangreich und/oder teuer? Sind Supporter wichtig? Warum haben die großen Kaufhausketten keine Rollenspiele mehr im Angebot und warum zum Teufel kommt es immer wieder zu Verspätungen? Das alles wird oft heiß aber ohne echte Informationsgrundlage diskutiert. Mich hat das immer geärgert. Zum einen, weil ich keine unnützen Diskussionen mag. Selbst bei unendlicher Lebenszeit, hätte ich Besseres zu tun. Rollenspiele spielen zum Beispiel. Zum anderen finde ich es toll, dass andere sich so sehr  für das Hobby an sich oder sogar für meine Arbeit begeistern und ich möchte offen mit Kunden und Fans sprechen können. Diese Mauer zwischen Machern und Fans ist in unserer Branche witzlos und ich hoffe, ich kann ihr mit Fakten ein paar Löcher verpassen.

In diesem Sinne, Ende des Vorworts. Wir lesen uns…

Das Beitragsbild ist übrigens von D. Braun  / pixelio.de Vielen Dank für die Nutzungserlaubnis!

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